FAQ für Träger der praktischen Ausbildung

Allgemeine Fragen

Die Finanzierungsregelungen traten zum 01.01.2019 in Kraft (Artikel 15 Abs. 2 Pflegeberufereformgesetz).

Der Finanzierungsbedarf ergibt sich aus der Summe aller Ausbildungsbudgets der ausbildenden Einrichtungen, zuzüglich eines Aufschlages auf diese Summe von 3 % zur Bildung einer Liquiditätsreserve und einer Verwaltungskostenpauschale in Höhe von 0,6 % aus der Summe aller Ausbildungsbudgets.

Bei der Pflegeberufsausbildung werden durch den Ausgleichsfonds finanziert:

  1. das Ausbildungsbudget für den Träger der praktischen Ausbildung
  2. das Ausbildungsbudget für die Pflegeschule
  3. die Mehrkosten der Ausbildungsvergütungen.

Die Ausbildungsbudgets der Träger der praktischen Ausbildung und der Pflegeschulen können auf der Grundlage von Pauschal- bzw. Individualbudgets vereinbart werden.

Im Land Berlin wurden für die Träger der praktischen Ausbildung und die Pflegeschulen jeweils Pauschalbudgets für die Jahre 2020 und 2021 vereinbart. Zu 1.: Für die Träger der praktischen Ausbildung wurden jährliche Pauschalbudgets je Auzubildender bzw. je Auszubildendem mit folgenden Differenzierungsmerkmalen vereinbart:

  • Differenzierungsmerkmal 1: bis 45.000 Euro 7.946,00 Euro
  • Differenzierungsmerkmal 2: bis 50.000 Euro 8.515,00 Euro
  • Differenzierungsmerkmal 3: bis 55.000 Euro 9.086,00 Euro
  • Differenzierungsmerkmal 4: bis 60.000 Euro 9.656,00 Euro
  • Differenzierungsmerkmal 5: ab 60.001 Euro 9.998,00 Euro

Die Zuordnung der jeweiligen Einrichtung zu den Differenzierungsmerkmalen eins bis fünf erfolgt durch die zuständige Stelle im Land Berlin anhand nachzuweisender, durchschnittlicher Ist-Kosten Jahresarbeitgeber-Brutto aller Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter ohne Zusatzfunktion und / oder ohne Leitungsfunktion aus dem aktuellen Jahresabschluss sowie deren prognostischen kalkulierten Kosten für den Finanzierungszeitraum 2020 – bezogen auf eine Vollzeitkraft.

Zu 2.: Für die Pflegeschulen wurde das jährliche Pauschalbudget je Pflegeschülerin bzw. Pflegeschüler in Höhe von 8.865,00 Euro vereinbart.

Zu 3.: Die Mehrkosten der Ausbildungsvergütung können von Einrichtung zu Einrichtung variieren. Siehe Frage ´In welcher Höhe ist die Ausbildungsvergütung angemessen?

Kosten der praktischen Ausbildung

  • zuständige Behörde des Landes
  • Landeskrankenhausgesellschaft
  • Vereinigungen der Träger der ambulanten oder stationären Pflegeeinrichtungen im Land
  • Landesverbände der Kranken- und Pflegekassen
  • Landesausschuss des Verbandes der privaten Krankenversicherung

Ausbildungskosten der Pflegeschulen

  • zuständige Behörde des Landes
  • Landesverbände der Kranken- und Pflegekassen
  • Landesausschuss des Verbandes der privaten Krankenversicherung
  • Interessenvertretungen der öffentlichen und privaten Pflegeschulen auf Landesebene

Für die Deckung der Ausbildungskosten erhalten die Träger der praktischen Ausbildung und die Pflegeschulen auf der Grundlage des jeweiligen Ausbildungsbudgets durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) als zuständige Stelle Ausgleichszuweisungen.
Des Weiteren ermittelt das LAGeSo den erforderlichen Finanzierungsbedarf, erhebt die Umlagebeträge und verwaltet die eingehenden Beträge.

  • Mehrkosten der Ausbildungsvergütungen
  • Kosten der praktischen Ausbildung
  • Kosten der Praxisanleitung
  • Betriebskosten der Pflegeschulen einschließlich der Kosten der Praxisbegleitung
  • Verwaltungskostenpauschale (0,6 % aus der Summe aller Ausbildungsbudgets)

Kosten der Ausbildungsvergütung werden als sogenannte Mehrkosten im Rahmen eines Anrechnungsschlüssels berücksichtigt. Hintergrund hierfür ist, dass die Auszubildenden die Ausbildungsvergütung vor allem im Hinblick darauf erhalten, dass ihre praktische Tätigkeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten und der Pflegebedürftigen verwertbar ist. Im Umfang von 9,5 zu 1 wird dabei der Wertschöpfungsanteil1 der Auszubildenden in Krankenhäusern und in stationären Pflegeeinrichtungen im Verhältnis einer voll ausgebildeten Pflegefachkraft berücksichtigt. Diesen müssen sich die ausbildenden Einrichtungen anrechnen lassen. Der Wertschöpfungsanteil von 9,5 zu 1 bedeutet, dass von den Ausbildungsvergütungen von 9,5 Auszubildenden die Kosten der ausbildenden Einrichtung für eine voll ausgebildete Pflegefachkraft abzuziehen ist. Das Ergebnis dieser Differenzbildung sind die von den Kostenträgern zu finanzierenden Mehrkosten der Ausbildungsvergütung.
Bei ambulanten Pflegeeinrichtungen erfolgt eine Anrechnung im Verhältnis von 14 zu 1 (§ 27 Abs. 2 Pflegeberufegesetz – PflBG).

1 Der Bundesgesetzgeber plant derzeit, dass eine Berücksichtigung des Wertschöpfungsanteils im 1. Ausbildungsjahr nicht erfolgen soll, so dass die Ausbildungsvergütungen vollständig refinanziert werden (Referentenentwurf GASV des BMG vom 14.11.2018, Artikel 10 Änderung des PflBG, S. 15-16).

Ausbildungsvergütungen, denen tarifvertragliche Vereinbarungen oder kirchliche Arbeitsrechtsregelungen zugrunde liegen, werden stets als angemessen eingestuft.

Für alle Einrichtungen, die derartige Regelungen nicht anwenden, ist die Grundlage der Prüfung der Angemessenheit der Ausbildungsvergütung der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, Besonderer Teil Pflege (TVAöD Pflege). Nach der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist eine Ausbildungsvergütung von bis zu 80% des einschlägigen Tarifvertrags als angemessen einzustufen.

Daraus ergeben sich folgende Werte zur Berechnung der Angemessenheit der Ausbildungsvergütung:

angemessene Ausbildungsvergütung

  • 1. Ausbildungsjahr (TVAöD Pflege vom 01.03.2019 bis 29.02.2020) Angemessen – minus 20% (Untergrenze): 912,55 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr (TVAöD Pflege vom 01.03.2019 bis 29.02.2020) Angemessen – minus 20% (Untergrenze): 965,66 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr (TVAöD Pflege vom 01.03.2019 bis 29.02.2020) Angemessen – minus 20% (Untergrenze): 1.042,70 Euro

Der Finanzierungsbedarf wird gemäß § 26 Abs. 3 und § 33 Abs. 1 PflBG von den Krankenhäusern, den stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen, dem Land Berlin, der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflege-Pflichtversicherung nach folgenden Anteilen aufgebracht:

57,2380 % – Krankenhäuser
30,2174 % – stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen
8,9446 % – Land Berlin
3,6 % – Pflegeversicherung.

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Einrichtungen

Die Einbeziehung von Hospizen in den Kreis der Träger der praktischen Ausbildung nach §§ 7 Abs. 1 Nr. 2, 8 PflBG und damit in das Umlageverfahren nach den §§ 26 ff. PflBG wird nicht gesehen. Dies folgt sowohl aus der besonderen Stellung der Hospize im Gefüge von SGB V und SGB XI als auch aus Sinn und Zweck der entsprechenden Bestimmungen des PflBG.

Die Pflichteinsätze in der praktischen Ausbildung i.S.v. § 7 Abs. 1 PflBG sollen nach § 7 Abs. 1 Nr. 2 PflBG, auf u.a. welchen die §§ 8 Abs. 2 und 26 Abs. 3 Nr. 2 PflBG bezugnehmen, in der „allgemeinen“ Akut- oder Langzeit-Pflege in zur Versorgung nach § 71 Absatz 2 und § 72 Absatz 1 des Elften Buches Sozialgesetzbuch zugelassenen stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt werden. Zwar können auch Hospize „allgemeine“ Pflegeleistungen erbringen und hierfür durch Versorgungsvertrag in diesem Rahmen als stationäre Pflegeeinrichtung zugelassen sein, doch spricht die konkrete rechtliche, wirtschaftliche Ausgestaltung des (stationären) Hospizwesens unter Beachtung des Gesamtzusammenhang der Regelung des PflBG gegen eine Gleichsetzung stationärer Hospize der „speziellen Pflege“ mit „allgemeinen“ stationären Pflegeinrichtungen im Sinne des Pflegeversicherungsrechts. Dies ergibt sich aus der Begründung des PflBG, wonach weitere Einsätze in den Einrichtungen nach Absatz 1 oder anderen geeigneten Einrichtungen durchgeführt werden können, die dazu dienen, andere Bereiche der Pflege kennenzulernen, die in den Pflichteinsätzen nicht im Fokus stehen. Hier werden in der Gesetzesbegründung explizit die Bereiche Sterbebegleitung, Palliation, Rehabilitation oder Pflegeberatung genannt. Daraus folgt eindeutig, dass Einrichtungen i.S.v. §§ 7 Abs. 1 Nr. 2, 8 PflBG solche der allgemeinen Pflege sein sollen, wogegen Hospize als andere geeignete Einrichtungen i.S.v. § 7 Abs. 2 PFBG an der Ausbildung beteiligt werden können, um Sterbebegleitung und Palliation als Sonderbereich der Pflege kennen zu lernen.

Die Eignung der Einrichtungen zur Durchführung der praktischen Ausbildung richtet sich nach dem § 7 des PflBG. Geeignete Einrichtungen sind:

  • Zugelassene Krankenhäuser nach SGB V
  • Zugelassene stationäre Pflegeeinrichtungen nach SGB XI,
  • Zugelassene ambulante Pflegeeinrichtungen nach SGB V und SGB XI

Für die Pflichteinsätze in den speziellen Bereichen der Pädiatrie und Psychiatrie sind landesbezogen Regelungen zu beachten.

Nein. Um Träger der praktischen Ausbildung für die neue generalistische Pflegeausbildung nach dem PflBG sein zu können, müssen ambulante Pflegeeinrichtungen sowohl nach SGB XI als auch nach SGB V zugelassen sein.

Sie können aber in Kooperations- oder Verbandsstrukturen ausbilden. D. h., Sie müssen hierfür Kooperationsverträge mit einem zugelassenen Träger der praktischen Ausbildung abschließen. Die Auszubildenden werden vom Träger der praktischen Ausbildung an Sie übermittelt und können in Ihrer Einrichtung den Wahleinsatz (80 – 160 Stunden) durchführen. In diesem Fall kann die Praxisanleitung an andere zur Vermittlung der Ausbildungsinhalte geeignete Fachkräfte (bspw. Pflegehilftskräfte) weitergeben werden. Diese müssen eine Ausbildung für ihren eigenen Beruf haben.

Auf der Grundlage des Kooperationsvertrages erhalten Sie von Ihrem Kooperationspartner die Kosten der Praxisanleitung erstattet. Im Rahmen einer Verbundausbildung ist es auch möglich, dass Sie fortlaufend Auszubildende in Ihrer Einrichtung im Wechsel mit Ihren Verbundpartnern anleiten. Streben Sie das Ziel an, selbst Träger der praktischen Ausbildung zu werden, dann können Sie die Zulassung nach SGB V bei der Krankenkasse beantragen. Dafür schließen Sie einen Vertrag (Versorgungsvertrag nach § 132 SGB V) mit den Krankenkassen. Federführende Stelle ist die AOK Nordost. Auf der Website finden Sie hilfreiche Informationen und Dokumente.

https://www.aok.de/gp/heilmittel/zulassung

Berlin:

Einrichtungen für den Bereich Pädiatrie:

  • Einrichtungen der pädiatrischen Krankenhausabteilungen und -stationen
  • Geburtshilfeeinrichtungen und Wochenstationen
  • Pädiatrische Facharztpraxen
  • Ambulante Krankenpflegedienste, die in der Kinderkrankenpflege tätig sind
  • Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen für beatmungspflichtige Kinder und Jugendliche
  • Ambulante und stationäre Einrichtungen der Eingliederungs- und Behindertenhilfe für Kinder und Jugendliche mit Pflegebedarf
  • Ambulante und stationäre Rehabilitationseinrichtungen für Kinder und Jugendliche
  • Einrichtungen für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche
  • Schulen, soweit diese eine Schulgesundheitsfachkraft vorhalten und die Schülerin oder der Schüler ausschließlich im Aufgabenbereich der Schulgesundheitsfachkraft tätig ist
  • Sozialpädiatrische Zentren
  • Kinderhospize
  • Kinder- und Jugendpsychiatrien
  • Förder- und Inklusionsschule

Einrichtungen für den Bereich Psychiatrie:

  • Psychiatrische Kliniken
  • Gerontopsychiatrische Einrichtungen
  • Kinder- und Jugendpsychiatrien
  • Forensische Jugendpsychiatrien
  • Forensische Kliniken
  • Stationäre Einrichtungen für psychisch Kranke oder Suchtkranke
  • Werkstätten für psychisch erkrankte Menschen
  • Gemeinschaftliche Wohnformen für psychisch erkrankte Menschen oder Suchtkranke
  • Psychiatrische Institutsambulanzen
  • Psychiatrische Krisendienste
  • Psychiatrische häusliche Krankenpflege
  • Stationsäquivalente psychiatrische Behandlungsteams
  • Kontakt- und Beratungsstellen

Brandenburg:

Einrichtungen für den Bereich Pädiatrie:

  • Rehabilitationskliniken für Kinder und Jugendliche
  • Einrichtungen und Dienste der Kinderintensivpflege und der Häuslichen Kinderkrankenpflege, die auf anderen als unter I. genannten Rechtsgrundlagen tätig sind
  • Sozialpädiatrische Zentren
  • Wohnstätten für (schwerst)mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche
  • pädiatrische Facharztpraxen
  • Integrations-Kindertagesstätten

Einrichtungen für den Bereich Psychiatrie:

  • Einrichtungen und Dienste der allgemein-, geronto-, kinder-, oder jugendpsychiatrischen Versorgung, die auf anderen als unter I. genannten Rechtsgrundlagen tätig sind
  • gemeinschaftliche Wohnformen und Diensten für Menschen mit seelischer Behinderung

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Umlagebetrag

Alle ambulanten, teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen sowie alle Krankenhäuser sind an der Finanzierung beteiligt – unabhängig davon, ob die jeweilige Einrichtung ausbildet oder nicht.

Krankenhäuser

Die zuständige Stelle setzt den von den Parteien nach § 18 Abs. 1 S.2 KHG vereinbarten Ausbildungszuschlag oder des Teilbetrages und den monatlichen Umlagebetrag, der sich aus der Multiplikation des Ausbildungszuschlags oder des Teilbetrags mit der voraussichtlichen Zahl der voll- und teilstationären Fälle des Krankenhauses ergibt, fest (§ 33 Abs. 3 PflBG).

Pflegeeinrichtungen

Der nach § 33 Abs. 1 Nr. 2 PflBG durch die Pflegeeinrichtungen aufzubringende Finanzierungsbedarf wird im Verhältnis der in den Sektoren (voll- und teilstationär und ambulant) beschäftigten und eingesetzten Pflegefachkräfte zur Gesamtzahl der Pflegefachkräfte auf die Sektoren aufgeteilt. Bei ambulanten Pflegeeinrichtungen wird bei dieser Aufteilung nur der Anteil an Pflegefachkräften berücksichtigt, der auf Pflegeleistungen nach SGB XI entfällt.

Der auf die einzelne stationäre Einrichtung entfallende Anteil an dem für den stationären Sektor ermittelten Betrag bemisst sich nach dem Verhältnis der nach den geltenden Vergütungsvereinbarungen für die Einrichtung zum 1. Mai des Festsetzungsjahres vorzuhaltenden Pflegefachkräfte nach Vollzeitäquivalenten zu der Gesamtzahl der vereinbarten Pflegefachkräfte nach Vollzeitäquivalenten im stationären Sektor zum selben Zeitpunkt.

Der auf die einzelne ambulante Einrichtung entfallende Anteil an dem für den ambulanten Sektor ermittelten Betrag bemisst sich nach dem Verhältnis der in den 12 Monaten vor dem 1. Januar des Festsetzungsjahres von der jeweiligen Einrichtung nach SGB XI entsprechend abgerechneter Punkte oder Zeitwerte zur Gesamtzahl der Punkte oder Zeitwerte im ambulanten Sektor im selben Zeitraum.

Offene Forderungen werden durch die Finanzämter vollstreckt.

Ja.

Der Widerspruch gegen den Festsetzungsbescheid hat keine aufschiebende Wirkung.
Die Pflicht zur Zahlung des Umlagebetrages bleibt ungeachtet des Widerspruchsverfahrens bestehen.

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Mitteilungspflichten

1. Zur Festsetzung des Ausbildungsbudgets

Bis zum 15. Juni des Festsetzungsjahres (in diesem Jahr ist die Meldung auch über den 15. Juni hinaus möglich) teilen die Träger der praktischen Ausbildung und die Pflegeschulen der zuständigen Stelle folgende Daten mit:

  • die erforderlichen Angaben zur Festsetzung der Ausbildungsbudgets nach Anlage 2 zu § 5 Abs. 1 Nr.1 PflAFinV
  • die Zahl der voraussichtlichen Ausbildungsverhältnisse oder voraussichtlichen Schülerzahlen im Finanzierungszeitraum
  • die Mehrkosten der Ausbildungsvergütung und das sich daraus ergebende Gesamtbudget
  • die Höhe der voraussichtlich für jeden Auszubildenden anfallenden Ausbildungsvergütung
  • bei Pauschalbudgets: die Angaben, die im Falle von § 4 Abs. 2 S. 1 PflAFinV zur Festsetzung der Pauschalen nach den vereinbarten Differenzierungskriterien maßgeblich sind

2. Zur Aufteilung des Finanzierungsbedarfs auf die Pflegeeinrichtungen
bis zum 15 Juni des Festsetzungsjahres

  • ambulante und stationäre Pflegeinrichtungen:
    • Anzahl der am 15.12. des Vorjahres beschäftigten Vollzeitäquivalente der Pflegekräfte
  • ambulante Pflegeeinrichtungen teilen zusätzlich mit:
    • welcher Anteil an Vollzeitäquivalenten auf Pflegeleistungen nach SGB XI entfällt
    • Anzahl der im Vorjahr nach SGB XI abgerechneten Punkte oder Zeitwerte

Berechnung der Vollzeitäquvalente im SGB XI-Bereich bei ambulangen Pflegediensten

Für die Ermittlung des Anteils der im SGB XI beschäftigten Pflegefachkräfte ist der zeitliche Anteil der tatsächlichen Einsatzzeiten der eingesetzten Pflegefachkräfte jeweils für das SGB XI und SGB V gemäß Tourenplan am Stichtag 15.12.2018 vorzunehmen.
Da dies zeitlichen Anteile bezüglich der Zuordnung von Wegzeiten und insbesondere bei Einsätzen, in denen Leistungen aus dem SGB V- und dem SGB XI-Bereich erbracht werden, nicht mit zweifelsfreier Eindeutigkeit ermittelt werden können, ist eine qualifizierte Schätzung der Zeitanteile je Fachkraft anhand deren Tourenplan vom 15.12.2018 vorzunehmen.
Der Anteil der SGB XI-Leistungen der jeweiligen am Stichtag eingesetzten Pflegefachkraft bezogen auf den Stellenumfang dieser Pflegefachkraft ergibt den Stellenumfang des entsprechenden Vollzeitäquavalents hinsichtlich SGB XI-Leistungen.
Bei dieser Abgrenzung ist der sich ergebende Wert aller am Stichtag eingesetzten Pflegefachkräfte auch auf die beschäftigten, aber nicht eingesetzten, Pflegefachkfäfte hochzurechnen.

Berechnung der Punkt- oder Zeitwerte bei ambulanten Pflegediensten

Die im Jahr 2018 erzielten Punktzahlen sind auf folgendem Weg zu ermitteln:
Der Betrag der im Jahr 2018 erzielten Erlöse für alle SGB XI Leistungen, unabhängig davon, ob sie für Leistungen nach § 36 (Pflegesachleistung), § 45 b (Entlastungsbetrag), § 45 (Pflegekurse), § 39 (Verhinderungspflege) oder andere SGB XI Leistungen erzielt wurden, wird durch den am 31.12.2018 gültigen Punktwert des jeweiligen Dienstes geteilt:
Summe Erlöse 2018 geteilt durch
Punktwert 31.12.2018
= Summe Punktzahlen 2018

  • stationäre Pflegeeinrichtungen teilen zusätzlich mit:
    • die für die jeweilige Einrichtung zum 1. Mai des Festsetzungsjahres vorzuhaltenden Pflegefachkräfte nach Vollzeitäquivalenten

Auszubildenden- oder Schülerzahlen

Hält die zuständige Stelle die mitgeteilten Auszubildenden- oder Schülerzahlen für unplausibel, fordert sie den Träger der praktischen Ausbildung oder die Pflegeschule auf, innerhalb von zwei Wochen plausible Auszubildenden- oder Schülerzahlen mitzuteilen.

Wenn die erforderlichen Daten zur Festsetzung des Ausbildungsbudgets (§ 30 Abs. 4 Satz 1 bis 3 PflBG) nicht oder nicht vollständig innerhalb der vorgegebenen Frist gemeldet werden oder wurden bestimmte Angaben (unangemessene Ausbildungsvergütungen, unplausible Ausbildungs- und Schülerzahlen) zurückgewiesen und werden die zurückgewiesenen Angaben nicht fristgerecht nachträglich mitgeteilt, dann nimmt die zuständige Stelle eine Kostenschätzung vor (§ 30 Abs. 4 Satz 4 PflBG).

Ist eine Schätzung nicht möglich, weil keine Erkenntnisse zu den voraussichtlichen Auszubildenden- oder Schülerzahlen vorliegen, setzt die zuständige Stelle das Ausbildungsbudget auf null (§ 7 Abs. 2 PflAFinV).

Unangemessene Ausbildungsvergütungen

Wenn ein Träger der praktischen Ausbildung eine unangemessene niedrige Ausbildungsvergütung mitgeteilt hat, ermittelt die zuständige Stelle für diesen Träger zur Festsetzung des Finanzierungsbedarfs ein vorläufiges Ausbildungsbudget. Dabei berücksichtigt sie eine Ausbildungsvergütung in angemessener Höhe. Erst wenn der Träger der praktischen Ausbildung die Vereinbarung einer angemessenen Ausbildungsvergütung nachgewiesen hat, setzt die zuständige Stelle das Ausbildungsbudget fest (§ 8 Abs. 2 PflAFinV).

Teilt ein Träger der praktischen Ausbildung der zuständigen Stelle eine unangemessen hohe Ausbildungsvergütung mit, berücksichtigt die zuständige Stelle die mitgeteilt Ausbildungsvergütung bei der Festsetzung des Ausbildungsbudgets nur bis zur Höhe einer angemessenen Ausbildungsvergütung (§ 6 Abs. 2 PflAFinV).

Welche Folgen ergeben sich durch die Kostenschätzung?

Die Ausgleichszuweisung ist auf die Kostenschätzung begrenzt, auch wenn die erforderlichen Angaben nach § 34 Abs. 4 Satz 1 bis 3 oder nach § 31 Absatz 4 Satz 1 und 2 der zuständigen Stelle nachträglich mitgeteilt werden. Bis zum Vorliegen aller erforderlichen Angaben wird die Ausgleichszuweisung ausgesetzt.

Vollzeitäquivalent

Das Vollzeitäquivalent bestimmt sich anhand der Vorgaben des jeweiligen Tarifvertrages oder kirchlicher Arbeitsrechtsregelungen der meldenden Einrichtung. Sofern die meldende Einrichtung keinem Tarifvertrag unterliegt, bestimmt sich das Vollzeitäquvalent anhand von 40 Stunden wöchentlich.

Mehrkosten der Ausbildungsvergütung

Grundlage für die Ermittlung der Mehrkosten der Ausbildungsvergütung nach § 27 Absatz 2 PflBG bildet das Jahresarbeitgeberbruttogehalt aller in der meldenden Einrichtung beschäftigten examinierten Fachkräfte ohne Zusatzfunktion (z.B. Praxisanleitung) und / oder ohne Leitungsfunktionh bezogen auf eine Vollzeitkraft.

Die Änderung muss der zuständigen Stelle unverzüglich mitgeteilt werden (§ 5 Abs. 3 PflAFinV).

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Zertifizierungsverfahren der Arbeitsförderung

Nein, gemäß § 176 Absatz 1 Satz 2 SGB III bedürfen sie keiner Zulassung.

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