FAQ Generalistische Pflegeausbildung

Allgemeine Fragen

Generalistik bedeutet die Zusammenführung mehrerer Berufe zu einem gemeinsamen Berufsbild. Durch die Reform werden die Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer neuen generalistischen Pflegeausbildung mit einheitlichem Berufsabschluss als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann zusammengeführt.

In der neuen sogenannten generalistischen Pflegeausbildung werden unter Berücksichtigung des pflegewissenschaftlichen Fortschritts übergreifende pflegerische Kompetenzen zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen und allen Versorgungsbereichen vermittelt: in Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege.

Des Weiteren können die Auszubildenden neben der rein generalistischen Pflegeausbildung sich zum 3. Ausbildungsjahr für einen gesonderten Berufsabschluss in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege entscheiden.

Die neue Pflegeausbildung kann ab dem 01.01.2020 beginnen. Von da an ist eine Ausbildung nach dem Krankenpflege- bzw. Altenpflegegesetz nicht mehr möglich, da diese Gesetze nach dem 31.12.2019 außer Kraft treten.
Im Rahmen der Über- bzw. Erarbeitung der landesseitigen Regelungen wird angestrebt, den erstmaligen Ausbildungsbeginn für die neue Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann auf den 1. April 2020 festzulegen. Derzeit befindet es sich noch in der Diskussion, ob eine Einführung von einheitlichen Startterminen auch für die kommenden Jahre geben wird. Oder ob, angelehnt an das bisherige Verfahren in der Altenpflegeausbildung, ein sogenannter “unterjähriger Beginn” erfolgen wird.

Die Ausbildungen, die noch bis zum 31.12.2019 nach dem Altenpflege- oder Krankenpflegegesetz begonnen werden, können auch nach diesen Regelungen abgeschlossen werden.

Nein, nach § 64 PflBG bleibt die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung nach dem Altenpflegegesetz oder dem Krankenpflegegesetz durch das Pflegeberufegesetz unberührt. Sie können weiterhin ihre jetzige Tätigkeit mit ihrem jetzigen Titel ausführen.

Die generalistisch ausgebildeten Pflegekräfte können in allen Bereichen der Pflege arbeiten.

Nein. Altenpflege- und Krankenpflegegesetz treten zum 31.12.2019 außer Kraft, so dass es nicht mehr möglich ist, eine Ausbildung danach zu beginnen. Den Ländern ist eindeutig bundesrechtlich kein Spielraum für eine Übergangsregelung eingeräumt worden.

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Anerkennung

Die neue generalistische Pflegeausbildung wird über die EU-Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen in anderen EU-Mitgliedstaaten automatisch anerkannt.
Für die Spezialisierung in der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege gilt keine automatische Anerkennung. Hier können weiterhin im Rahmen einer Einzelfallprüfung die speziellen Berufsqualifikationen in anderen EU-Mitgliedstaaten anerkannt werden.

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Ausbildung

In Vollzeitform dauert die Ausbildung drei Jahre und in Teilzeitform höchstens fünf Jahre (§ 6 Abs. 1 PflBG).

Voraussetzung für den Zugang zu der Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ist

1. der mittlere Schulabschluss (MSA) oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss oder
2. der Hauptschulabschluss (BBR) oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss, zusammen mit dem Nachweis

a) einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer,

b) einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Assistenz- oder Helferausbildung in der Pflege von mindestens einjähriger Dauer, die die von der Arbeits- und Sozialministerkonferenz 2012 und von der Gesundheitsministerkonferenz 2013 als Mindestanforderungen beschlossenen „Eckpunkte für die in Länderzuständigkeit liegenden Ausbildungen zu Assistenz- und Helferberufen in der Pflege“ (BAnz AT 17.02.2016 B3) erfüllt,

c) einer bis zum 31. Dezember 2019 begonnenen, erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe von mindestens einjähriger Dauer oder

d) einer auf der Grundlage des Krankenpflegegesetzes vom 4. Juni 1985 (BGBl. I S. 893), das durch Artikel 18 des Gesetzes vom 16. Juli 2003 (BGBl. I S. 1442) aufgehoben worden ist, erteilten Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer,
oder

3. der erfolgreiche Abschluss einer sonstigen zehnjährigen allgemeinen Schulbildung (eBBR).
(§ 11 Abs. 1 PflBG)

Die Ausbildung besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht und einer praktischen Ausbildung.
Der theoretische und praktische Unterricht wird an staatlichen, staatlich genehmigten oder staatlich anerkannten Pflegeschulen erteilt und hat einen Umfang von 2100 Stunden. Der Unterricht erfolgt anhand eines Lehrplans, den die Pflegeschule erstellt.
Die Durchführung der praktischen Ausbildung erfolgt auf der Grundlage eines Ausbildungsplans, den der Träger der praktischen Ausbildung erstellt. Die praktische Ausbildung hat einen Umfang von 2500 Stunden. Die Auszubildenden leisten im Rahmen der praktischen Ausbildung Pflichteinsätze in den allgemeinen und speziellen Bereichen der Pflege, einen Vertiefungseinsatz sowie weitere Einsätze (Anlage 7 Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – PflAPrV).
Zum Ende des zweiten Ausbildungsdrittels findet eine Zwischenprüfung statt.

Wesentlicher Bestandteil der praktischen Ausbildung ist die von den Einrichtungen zu gewährleistende Praxisanleitung im Umfang von mindestens 10 Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden praktischen Ausbildungszeit. Die Auszubildenden werden durch Beschäftigte in den Einrichtungen, die die Funktion als Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter übernehmen, vor Ort in die pflegerischen Aufgaben und Tätigkeiten schrittweise anhand des Ausbildungsplans eingewiesen und angeleitet.
Die Pflegeschule unterstützt die praktische Ausbildung durch die von ihr in angemessenem Umfang zu gewährleistende Praxisbegleitung.

Die Struktur der Ausbildung erfordert eine enge Zusammenarbeit der Pflegeschule, des Trägers der praktischen Ausbildung und den weiteren an der praktischen Ausbildung beteiligten Einrichtungen. Um diese Zusammenarbeit abzusichern und erfolgreich zu gestalten, schließen die Beteiligten entsprechende Kooperationsverträge.

Auf die Dauer der Ausbildung werden angerechnet (§ 13 Abs. 1 PflBG):

  1. Urlaub, einschließlich Bildungsurlaub oder Ferien,
  2. Fehlzeiten aufgrund mutterschutzrechtlicher Beschäftigungsverbote bei Auszubildenden, die einschließlich der Fehlzeiten nach Nr. 3 eine Gesamtdauer von 14 Wochen nicht überschreiten,
  3. Fehlzeiten wegen Krankheit oder aus anderen, von der Auszubildenden oder dem Auszubildenden nicht zu vertreten Gründen
    • bis zu 10 Prozent der Stunden des theoretischen und praktischen Unterrichts sowie
    • bis zu 10 Prozent der Stunden der praktischen Ausbildung

Hierbei ist nach Maßgabe der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zu beachten, dass die Fehlzeiten bei der Absolvierung eines Pflichteinsatzes in der praktischen Ausbildung 25 Prozent der für diesen Pflichteinsatz vorgesehenen Stundenzahl nicht überschritten werden dürfen. Dadurch wird sichergestellt, dass genügend Anteile für einen erfolgreichen Abschluss des betreffenden Pflichteinsatzes absolviert wurden. Urlaub ist in der unterrichtsfreien Zeit zu gewähren (§ 1 Abs. 4 PflAPrV).

Nein, § 7 Absatz 1 Nr. 3 Pflegeberufegesetz (PflBG) verlangt einen Pflichteinsatz in einer ambulanten Einrichtung, die zur Versorgung nach § 71 Absatz 1, § 72 Absatz 1 SGB XI und des SGB V zugelassen ist. Erst im Rahmen des Vertiefungseinsatzes beim Träger der praktischen Ausbildung kann eine Ausrichtung auf den Bereich der Langzeitpflege vereinbart werden.

Stationäre Hospize können nicht als Einrichtungen und Träger der praktischen Ausbildung im Sinne von § 7 Absatz 1, 8 Pflegeberufegesetz (PflBG) angesehen werden. Eine Beteiligung von Hospizen an der praktischen Ausbildung kommt aber im Rahmen der weiteren Einsätze zur Vermittlung der (besonderen) Ausbildungsinhalte nach § 7 Absatz 2 PflBG als andere geeignete Einrichtung in Betracht.

Die möglichen Einsatzorte werden in der Berliner Ausfühungsverordnung zum Gesundheitsschulanerkennungsgesetz festgelegt. Die für Pflege zuständige Senatsverwaltung beabsichtigt derzeit folgende Einrichtungen für die Absolvierung in der pädiatrischen und in der allgemein-, geronto-, Kinder- oder Jugendpsychatrischen Versorgung als geeignet in der Verordnung zu definieren:

Pädiatrische Versorgung:

Für den Bereich der pädiatrischen Versorgung sind Einrichtungen nach § 7 Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 5 des Pflegeberufegesetzes (PflBG) zur Durchführung von Teilen der praktischen Ausbildung geeignet, wenn sie Ausbildungsinhalte und Kompetenzen nach den Anlagen 2 und 3 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vermitteln. Hierzu kommen neben den Einrichtungen der pädiatrischen krankenhausabteilungen und -stationen insbesondere die folgenden Einrichtungen und Dienste im Bereich der Kuration, Prävention, Palliation und Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen in Betracht, sofern sie die in Satz 1 genannten Voraussetzungen erfüllen:

  1. weitere Krankenhausabteilungen und -stationen,
  2. Geburtshilfeeinrichtungen und Wochenstationen,
  3. pädiatrische Facharztpraxen,
  4. ambulante Krankenpflegedienste, sofern diese im Bereich der Kinderkrankenpflege tätig sind und der tatsächliche Pflege- und Betreuungsbedarf sowie die Anzahl der zu versorgenden Kinder und Jugendlichen ausreichend ist, dass die oder der Auszubildende während des Einsatzes vollzeitumfänglich in diesem Bereich eingesetzt werden kann,
  5. ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen für beamtmungspflichtige Kinder und Jugendliche,
  6. ambulante und stationäre Einrichtungen der Eingliederungs- und Behindertenhilfe für Kinder und Jugenliche mit Pflegebedarf,
  7. ambulante und stationäre Rehabilitationseinrichtungen für Kinder und Jugendliche,
  8. Einrichtungen für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche,
  9. Schulen, soweit diese eine Schulgesundheitsfachkraft vorhalten. Dabei darf die oder der Auszubildende ausschließlich im Aufgeabenbereich der Schulgesundheitsfachkraft tätig sein.
  10. Sozialpädiatrische Zentren,
  11. Kinderhospize,
  12. Kinder- und Jugendpsychiatrien sowie
  13. Förder- und Inklusionsschulen.

Allgemein-, geronto-, Kinder- oder Jugendpsychiatrische Versorgung:

Für den Bereich der allgemein-, geronto-, Kinder- oder Jugendpsychiatrischen Versorgung sind Einrichtungen nach § 7 Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 5 des PflBG zur Durchführung von Teilen der praktischen Ausbildung geeignet, wenn sie Ausbildungsinhalte und Kompetenzen nach der Anlage 2 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vermitteln. Hierzu kommen insbesondere die folgenden Einrichtungen in Betracht, sofern sie die in Satz 1 genannten Voraussetzungen erfüllen:

  1. psychiatrische Kliniken,
  2. gerontopsychiatrische Einrichtungen,
  3. Kinder- und Jugendpsychiatrien,
  4. forensische Jugendpsychiatrien,
  5. forensiche Kliniken,
  6. stationäre Einrichtungen für psychisch Kranke oder Suchtkranke,
  7. Werkstätten für psychisch erkrankte Menschen,
  8. gemeinschaftliche Wohnformen für psychisch erkrankte Menschen oder Suchtkranke,
  9. psychiatrische Institutsambulanzen,
  10. psychiatrische Krisendienste,
  11. ambulante psychiatrische Pflegedienste,
  12. stationsäquivalente psychiatrische Behandlungsteams sowie
  13. Kontakt- und Beratungsstellen.

Es wird darauf hingewiesen, dass sich im Rahmen der Verordnungsgebung noch Änderungen ergeben können, so dass gegebenenfalls einzelne der jetzt beabsichtigten geeigneten Einrichtungen final wieder herausgestrichen oder neue geeignete Einrichtungen aufgenommen werden könnten. Es wird daher empfohlen, dies entsprechend in den Kooperationsvereinbarungen zu berücksichtigen und für diesen Fall eine entsprechende Auflösungsmöglichkeit aufzunehmen.

Gegenstand der Zwischenprüfung ist die Ermittlung des Ausbildungsstandes zum Ende des zweiten Ausbildungsdrittels. Die Ausbildung kann unabhängig vom Ergebnis der Zwischenprüfung fortgesetzt werden.

Nein. Die Zwischenprüfung stellt keinen Berufsabschluss dar. Für einen Gesundheits- und Krankenpflegehelfer wird eine gesonderte staatliche Prüfung verlangt. Die Ausbildung im Rahmen des PflBG kann auf die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer angerechnet werden.

Ja. In Berlin und Brandenburg wird es keine Regelung geben, die eine länderübergreifende Ausbildung verhindert.

Bei der länderübergreifenden Ausbildung ist zu beachten, dass der Sitz der Schule entscheidend ist, welche landesrechtlichen Vorschriften einschlägig sind und diese sind sodann von allen an dieser Ausbildung Beteiligten, auch wenn sie in einem anderen Bundesland ihren Sitz haben, einzuhalten. Entsprechend ist im Fall des Sitzes der Schule in Brandenburg die Brandenburger Gesundheitsberufeschulverordnung und bei einem Sitz in Berlin, das Gesundheitsschulanerkennungsgesetz mit der Berliner Pflegeausbildungs- und Schulverordnung anzuwenden. Aus diesen Regelungen ergeben sich unter anderem auch landesrechtliche Spezifika hinsichtlich der Geeignetheit von praktischen Ausbildungsstätten, die anzuwenden sind.

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Ausbildungsvertrag / Träger

Auszubildende schließen mit dem Träger der praktischen Ausbildung einen schriftlichen Ausbildungsvertrag ab (§ 16 Abs. 1 PflBG).
Das bedeutet, dass es zwingend keines weiteren Vertrages mit der Pflegeschule nach den Regelungen des Pflegeberufegesetzes (PflBG) bedarf. Im Falle eines Bildungsgutscheines sind die dafür geltenden Regelungen zu beachten.

Informationen der Bundesagentur für Arbeit über Fördermöglichkeiten in der beruflichen Weiterbildung

  1. die Bezeichnung des Berufs, zu dem nach den Vorschriften des Pflegeberufegesetzes ausgebildet wird sowie den gewählten Vertiefungseinsatz einschließlich einer Ausrichtung nach § 7 Absatz 4 Satz 2 PflBG,
  2. den Beginn und die Dauer der Ausbildung,
  3. Angaben über die der Ausbildung zugrunde liegende Ausbildungs- und Prüfungsverordnung,
  4. eine Darstellung der inhaltlichen und zeitlichen Gliederung der praktischen Ausbildung (Ausbildungsplan),
  5. die Verpflichtung der Auszubildenden oder des Auszubildenden zum Besuch der Ausbildungsveranstaltungen der Pflegeschule,
  6. die Dauer der regelmäßigen täglichen oder wöchentlichen praktischen Ausbildungszeit,
  7. die Dauer der Probezeit,
  8. Angaben über Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung einschließlich des Umfangs etwaiger Sachbezüge nach § 19 Absatz 2 PflBG,
  9. die Dauer des Urlaubs,
  10. die Voraussetzungen, unter denen der Ausbildungsvertrag gekündigt werden kann,
  11. einen in allgemeiner Form gehaltenen Hinweis auf die dem Ausbildungsvertrag gegebenenfalls zugrunde liegenden tariflichen Bestimmungen, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen sowie auf die Rechte als Arbeitnehmer im Sinne von § 5 des Betriebsverfassungsgesetzes oder von § 4 des Bundespersonalvertretungsgesetzes des Trägers der praktischen Ausbildung (§ 16 Abs. 2 PflBG)

Der Träger der praktischen Ausbildung ist verpflichtet (§ 18 Abs. 1 PflBG),

  1. die Ausbildung auf der Grundlage des Ausbildungsplanes zeitlich und sachlich gegliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Zeit erreicht werden kann,
  2. zu gewährleisten, dass die vereinbarten Einsätze der praktischen Ausbildung durchgeführt werden können,
  3. sicherzustellen, dass die Praxisanleitung im Umfang von mindestens zehn Prozent der während eines Praxiseinsatzes vom Auszubildenden zu leistenden Stunden stattfindet,
  4. Ausbildungsmittel einschließlich Fachbücher, Instrumente und Apparate kostenlos der oder dem Auszubildenden zur Verfügung stellen, die zur praktischen Ausbildung und zum Ablegen der staatlichen Abschlussprüfung erforderlich sind, und
  5. die Auszubildende oder den Auszubildenden für die Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen der Pflegeschule und für die Teilnahme an Prüfungen freizustellen und bei der Gestaltung der Ausbildung auf die erforderlichen Lern- und Vorbereitungszeiten Rücksicht zu nehmen.

Im Rahmen des Anerkennungsverfahrens der Pflegeschulen müssen diese eine ausreichende Anzahl an geeigneten Praxisplätzen nachweisen. Geeignet sind Praxisplätze unter anderem wenn eine entsprechend des Pflegeberufegesetzes (PflBG) qualifizierte Praxisanleiterin oder Praxisanleiter vorhanden ist.
Bei Veränderung der Anerkennungsvoraussetzungen haben die Schulen wiederum gegenüber dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) eine Informationspflicht. Entsprechend muss die Pflegeschule über Veränderungen informiert werden, so dass sie dieser nachkommen kann.

Die Einrichtungen melden aktuell selbst keinen Wechsel bzw. Weggang des Praxisanleiters oder der Praxisanleiterin an das LAGeSo.

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Pflegeschule / Lehrkräfte

Die zuständige Behörde beziehungsweise die Schulaufsicht für die neue Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo). Lehrkräfte erhalten vom LAGeSo keine neuen Lehrbefähigungen für ihre Tätigkeit an einer Pflegeschule. Vielmehr wird im Rahmen der staatlichen Anerkennung einer Pflegeschule anhand vorhandener Nachweise (Hochschulabschlusszeugnisse o.ä.) geprüft, ob die von der Schule vorzuhaltende Lehrkraftquote mit Lehrkräften erfüllt wird, die die Voraussetzungen aus § 9 Absatz 1 Nummer 2 PflBG erfüllen. Sollten sich während des Betriebs der Schule Veränderungen des Lehrkraftpersonals ergeben, so hat die Schule dies anzuzeigen und die Qualifikation der Lehrkraft dem LAGeSo nachzuweisen.
Fällt eine Lehrkraft unter die Übergangsregelungen aus § 65 Absatz 4 PflBG, müssen gegebenenfalls auch bereits bestehende Lehrbefähigungen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in die Überprüfung einbezogen werden.

Die Pflegeschule stellt durch ihre Lehrkräfte für die Zeit der praktischen Ausbildung die Praxisbegleitung in den Einrichtungen der praktischen Ausbildung in angemessenem Umfang sicher. Aufgabe der Lehrkräfte ist es, die Auszubildenden insbesondere fachlich zu betreuen und zu beurteilen sowie die Praxisanleiterinnen oder die Praxisanleiter zu unterstützen.

Die Pflegeschule trägt die Gesamtverantwortung für die Koordination des Unterrichts mit der praktischen Ausbildung. Sie prüft, ob der Ausbildungsplan für die praktische Ausbildung den Anforderungen des schulinternen Curriculums entspricht und ob die praktische Ausbildung entsprechend des Ausbildungsplans durchgeführt wird.

Die Lehrkräfte müssen, soweit sie theoretischen Unterricht erteilen, über eine entsprechende, insbesondere pflegepädagogische, abgeschlossene Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem Niveau und, soweit sie praktischen Unterricht erteilen, über eine entsprechende, insbesondere pflegepädagogische, abgeschlossene Hochschulausbildung verfügen (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 PflBG).

Die Länder können darüber hinausgehende Anforderungen bestimmen. In Berlin befinden sich diese derzeit in der Überarbeitung. Des Weiteren hat der Bundesgesetzgeber den Ländern über § 9 Absatz 3 Satz 2 Pflegeberufegesetz (PflBG) die Möglichkeit eröffnet, für Lehrkräfte für die Durchführung des theoretischen Unterrichts befristet bis zum 31.12.2029 zu regeln, inwieweit die erforderliche Hochschulausbildung nicht oder nur für einen Teil der Lehrkräfte auf Master- oder vergleichbarem Niveau vorliegen muss. Ob und wie Berlin davon Gebrauch macht, wird derzeit noch geklärt.

  • Die bisher tätigen Lehrkräfte und Schulleitungen (auch ohne Master/Stichtag 31.12.2019) bzw. Personen, die bis zum 31.12.2019 die aktuell erforderliche Qualifikation nach dem Altenpflegegesetz (AltPflG), Krankenpflegegesetz (KrPflG) oder nach der Verordnung zur Durchführung des Gesundheitsschulanerkennungsgesetzes (GesSchulAnerkV) vorweisen, können in diesen Funktionen auch nach dem 31.12.2019 ohne weitere Nachqualifizierung beschäftigt werden und erfüllen damit die Voraussetzung aus § 9 Abs. 1 PflBG. Wenn Schulen solches Personal einstellen, dann gelten die Voraussetzungen der personellen Mindestanforderungen nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 und 2 PflBG als erfüllt. Entsprechend brauchen sie keinen nachträglichen Masterabschluss. Dies gilt auch über den 31.12.2029 hinaus.
  • Grundsätzlich müssen neue Pflegeschulen die Mindestanforderungen, insbesondere die Qualifikationsanforderungen der Lehrkräfte, erfüllen. Jedoch können die Länder für die Lehrkräfte für die Durchführung des theoretischen Unterrichts befristet bis zum 31. Dezember 2029 durch Landesrecht regeln, inwieweit die erforderliche Hochschulausbildung nicht oder nur für einen Teil der Lehrkräfte auf Master- oder vergleichbarem Niveau vorliegen muss. Diese Möglichkeit wird derzeit im Rahmen der Änderung der GesSchulAnerkV geprüft.

Der Bestandsschutz aus § 65 Absatz 4 des Pflegeberufegesetzes gilt vollumfänglich auch für Lehrkräfte mit einer fächerbezogenen sogenannten beschränkten Lehrbefähigung. Da Lehrkräfte mit einer, wenn auch mit nur einer auf bestimmte Fächer bezogenenen, Lehrbefähigung ihre pädagogische Eignung bereits bewiesen haben, können diese zukünftig in den Pflegeschulen uneingeschränkt eingesetzt werden. Es obliegt dabei der Schulleitung, die Einsetzbarkeit der Lehrkräfte entsprechend der individuellen Fähigkeiten bei der Unterrichtsplanung zu beachten.

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Praxisanleitung

Für die Tätigkeit als Praxisanleiter bzw. Praxisanleiterin müssen folgende Voraussetzungen vorliegen (§ 4 Abs. 2 und 3 PflAPrV):

  • ein Abschluss in einer dreijährigen in Deutschland anerkannten Pflegeausbildung
  • eine mindestens einjährige Berufserfahrung in dem Einsatzgebiet, in dem die Anleitung erfolgen soll
  • die einjährige Berufserfahrung muss innerhalb der letzten fünf Jahre in dem entsprechenden Pflegebereich erworben worden sein
  • eine berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden
  • berufspädagogische Fortbildung von mindestens 24 Stunden pro Jahr

Neben der Möglichkeit die berufspädagogische Zusatzqualifikation mittels einer Fortbildung an einem Fortbildungsinstitut erwerben zu können, können unter bestimmten Voraussetzungen auch hochschulisch erworbene Kenntnisse/Module auf die berufspädagogische Zusatzqualifikation der Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter gemäß § 4 Absatz 3 PflAPrV angerechnet werden. Die Anrechnungsmöglichkeiten sind wie folgt geregelt:

  1. BA-Studiengänge der Gesundheitspädagogik, Pflegepädagogik und Medizinpädagogik oder Berufspädagogik mit gleichgearteten Schwerpunkten erfüllen automatisch die Voraussetzungen der 300-stündigen berufspädagogischen Weiterbildung der Praxisanleitung gemäß § 4 Absatz 3 PflAPrV.
  2. Eine Anrechnung von Studieninhalten des primärqualifizierenden Studiengangs nach dem Pflegeberufegesetz ist grundsätzlich nicht möglich.
    Eine Ausnahme dabei gilt für Studierende des primärqualifizierenden Studiengangs, welche im Vorfeld der Aufnahme des Studiengangs die berufliche Ausbildung zur Pflegefachkraft bereits erfolgreich absolviert haben. In diesen Fällen kann die Hochschule ein Zertifikat über den Erwerb der 300-stündigen Qualifizierung als Praxisanleiter gemäß § 4 Absatz 3 Satz 1 PflAPrV ausstellen, wenn im Rahmen des Studiums die berufspädagogischen Inhalte im Umfang von 300 Stunden (Präsenzlernzeiten), einschließlich des in der Berliner Handreichung „Berufspädagogischen Zusatzqualifikation und jährliche Fortbildung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern für die Pflegeberufe“ festgelegten erforderlichen mindestens 40-stündigen Praktikums mit berufspädagogischem Praxisauftrag durchgeführt wurde.
    Das Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an einer Weiterqualifizierung als Praxisanleitung im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV ist entsprechend der Regelung in der Berliner Handreichung „Berufspädagogischen Zusatzqualifikation und jährliche Fortbildung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern für die Pflegeberufe“ durch die Hochschule auszustellen.
  3. Anderweitige Pflegestudiengänge können anteilig oder vollständig angerechnet werden, wenn im Rahmen des Studiums Module zur Berufspädagogik im Umfang von 300 Stunden (Präsenzlernzeiten) einschließlich des in der Berliner Handreichung „Berufspädagogischen Zusatzqualifikation und jährliche Fortbildung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern für die Pflegeberufe“ festgelegten erforderlichen mindestens 40-stündigen Praktikum mit berufspädagogischem Praxisauftrag erfolgreich durchlaufen wurde und wenn
    a) die Studierenden entweder vor Aufnahme des Studiengangs eine berufliche Ausbildung zur Pflegefachkraft erfolgreich absolviert haben
    oder
    b) die Studierenden im Rahmen des Studiums den Berufstitel erwerben. Dabei müssen die Studienmodule zur Erlangung des Berufstitels erfolgreich und zeitlich vor den Modulen der anzurechnenden Berufspädagogik erfolgreich durchgeführt worden sein.
    Das Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an einer Weiterqualifizierung als Praxisanleitung im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV ist entsprechend der Regelung in der Berliner Handreichung „Berufspädagogischen Zusatzqualifikation und jährliche Fortbildung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern für die Pflegeberufe“ durch die Hochschule auszustellen.
  4. Personen, die im Rahmen der unter 2-3 genannten Studiengänge und unter Beachtung der dort festgelegten Voraussetzungen nur anteilsmäßig die berufspädagogische Zusatzqualifikation zur Praxisanleitung gemäß § 4 Absatz 3 Satz 1 PflAPrV erworben haben, lassen sich diese bereits erfolgreich absolvierten Module durch die Hochschule zertifizieren und erhalten das beim Landesamt für Gesundheit und Soziales vorzulegende Zertifikat im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV in Verbindung mit der Berliner Handreichung „Berufspädagogische Zusatzqualifikation und jährliche Fortbildung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern für die Pflegeberufe“ durch die Fortbildungseinrichtung, in der sie die Weiterqualifizierung vollständig und erfolgreich beendet haben.

Die Praxisanleitung erfolgt im Umfang von mindestens zehn Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden praktischen Ausbildungszeit, geplant und strukturiert auf der Grundlage des vereinbarten Ausbildungsplanes (§ 4 Abs. 1 PflAPrV).
Das bedeutet, dass z.B. bei dem Pflichteinsatz in der stationären Langzeitpflege mit 400 Stunden die Praxisanleitung davon im Umfang von mindestens 40 Stunden erfolgt.

Nein, die Nachweispflicht bezieht sich ausschließlich auf die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter des Orientierungseinsatzes, der Pflichteinsätze in Einrichtungen nach § 7 Abs. 1 Pflegeberufegesetz (PflBG) und des Vertiefungseinsatzes.

Der § 7 der Berliner Verordnung zur Anerkennung von Pflegeschulen und weiteren Ausbildungs- und Prüfungsbedingungen in der Pflegeausbildung (Berliner Pflegeausbildungs- und Schulverordnung – BlnPflASchulV) bezieht sich auf die Fortbildungsnachweise, die im Rahmen des PflBG bzw. gemäß § 4 Absatz 2 und 3 Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) vorgeschrieben sind. Da es im Bereich der weiteren Einsätze (Hier: Pflichteinsätze in den speziellen Bereichen der pädiatrischen Versorgung und der allgemein-, kinder-, jugendpsychiatrischen Versorgung sowie weitere Einsätze nach § 7 Abs. 2 PflBG) ausreichend ist, dass die Praxisanleitung durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte sichergestellt wird (§ 4 Absatz 2 Satz 2 PflAPrV), sind für die Praxisanleiter dieser Einsatzorte keine Fortbildungsnachweise vorgegeben und entsprechend nicht zu führen.

Ja, der Bestandsschutz bezieht sich ausschließlich auf die Grundqualifizierung (300-stündige Fortbildung) der Praxisanleiterin bzw. des Praxisanleiters.

Der Bestandsschutz ist in § 4 Absatz 3 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung geregelt. Danach müssen Personen, die die Voraussetzungen nach § 2 Absatz 2 des Altenpflegegesetzes oder § 2 Absatz 2 des Krankenpflegegesetzes erfüllen, keine berufspädagogische Zuatzqualifikation im Umfang von mindestens 300 Stunden nachweisen. Vom Bestandsschutz nicht umfasst ist jedoch die Vorgabe, dass zukünftig alle Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter jährlich eine 24-stündige Fortbildungsverpflichtung haben. Somit müssen auch die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, die vom Bestandsschutz profitieren, ab 2020 diese jährliche Fortbildungsverpflichgtung erfüllen.

Eine anteilige Anrechnung findet nicht statt. Die Praxisanleiterin bzw. der Praxisanleiter hat, egal zu welchem Zeitpunkt die Tätigkeit der Praxisanleitung aufgenommen wird, die vollen 24 Stunden im Jahr nachzuweisen. In dem Jahr, in dem die Praxisanleiterin bzw. der Praxisanleiter die Grundqualifizierung mit einer 300-stündigen Fortbildung erhalten hat, muss keine weitere 24-stündige Fortbildung absolviert werden. Diese ist erst ab dem Folgejahr erforderlich.

Die Fortbildungsnachweise sind zum einen dem Arbeitgeber und zum anderen ggf. der Pflegeschule, mit der ein Kooperationsvertrag besteht, nachzuweisen.
Des Weiteren wird im Rahmen der staatlichen Prüfung durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) überprüft, ob die Praxisanleiterin oder der Praxisanleiter, die oder der die praktische Prüfung abnimmt, die erforderlichen Qualifikationen erfüllt.
Im Rahmen der Erarbeitung der Ausführungsverordnung zum Gesundheitsschulanerkennungsgesetz werden weitere neue Regelungen bezüglich des Nachweises der Fortbildung getroffen. Diese werden nach Verkündung der Verordnung entsprechend veröffentlicht.

Die im Land Berlin geltende Handreichung über die “Berufspädagogische Zusatzqualifikation von Gesundheits- und (Kinder-)KrankenpflegerInnen sowie AltenpflegerInnen” wurde für den Bereich der Ausbildung zur Pflegefachkraft unter Beteiligung einer Arbeitsgruppe aktualisiert. Die Handreichung wurde an die rechtlichen Anforderungen des Pflegeberufegesetzes (PflBG) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) angepasst.

Die Handreichung über die Berufspädagogische Zusatzqualifikation und jährliche Fortbildung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern für die Pflegeberufe wird ab dem 1. Januar 2020 im Land Berlin Anwendung finden.

Perspektivisch ist vorgesehen, die Qualifizierung der Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter im Wege einer Rechtsverordnung unter inhaltlicher Beteiligung der Fachöffentlichkeit zu regeln. Die vorliegende Handreichung findet für den Übergangszeitraum ab dem 1. Januar 2020 bis zum Erlass der entsprechenden Verordnung Anwendung.

Für die Regelung der hochschulischen Ausbildung ist die Senatskanzlei, Bereich Wissenschft und Forschung, zuständig.

Nein, die gemäß § 4 Absatz 1 PflAPrV vorgegebene mindestens 10%ige Praxisanleitung bezieht sich ausschließlich auf die Zeit des Auszubildenden. Das bedeutet, dass die Vor- und Nachbereitungen, etwaige Teilnahme der Praxisanleiter_innen an Prüfungen oder ähnliches, nicht in der Zeit der mindestens 10%igen Praxisanleitung stattfinden darf.

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Vorbehaltene Tätigkeiten

§ 4 Pflegeberufegesetz (PflBG) regelt für den Pflegebereich erstmals bestimmte berufliche Tätigkeiten, die dem Pflegeberuf nach dem Pflegeberufegesetz vorbehalten sind. Dies sind die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs, die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses sowie die Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege. Der Arbeitgeber darf Personen, die keine Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung nach dem Pflegeberufegesetz haben oder deren Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung ruht, die in § 4 PflBG aufgeführten Aufgaben weder übertragen noch die Durchführung dieser Aufgaben durch diese Personen dulden.

Ja, die Regelung aus § 4 Pflegeberufegesetz (PflBG) gilt über § 58 Absatz 3 PflBG gleichermaßen für alle künftigen Pflegefachkräfte nach dem PflBG, wie auch für alle Pflegefachkräfte, die ihre Ausbildung nach dem Krankenpflegegesetz (KrPflG) und dem Altenpflegegesetz (AltPflG) absolvieren oder absolviert haben. Die Absolventen nach dem KrPflG und dem AltPflG erhalten dabei allerdings keine Berechtigung in allen Berufssparten, angelehnt an den generalistischen Abschluss, zu arbeiten. Entscheidend für deren Arbeitstätigkeitsfeld ist die haftungsrechtliche Verantwortung der Krankenhäuser und der Pflegeeinrichtungen.

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Spezialisierung

Auszubildende haben ein Wahlrecht für das dritte Ausbildungsjahr. Sie können entscheiden, ob sie die generalistische Ausbildung fortsetzen oder eine Spezialisierung in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege anstreben.

Diese Möglichkeit wird sechs Jahre nach Beginn der neuen Pflegeausbildung durch die Bundesregierung überprüft. Der Deutsche Bundestag entscheidet dann, ob die jeweiligen Regelungen aufgehoben oder beibehalten werden.

Ist im Ausbildungsvertrag ein Vertiefungseinsatz im speziellen Bereich der pädiatrischen Versorgung vereinbart, kann für das letzte Ausbildungsdrittel die Spezialisierung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bzw. zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger gewählt werden. Entsprechendes gilt, wenn ein Vertiefungseinsatz im Bereich der allgemeinen Langzeitpflege in stationären Einrichtungen oder der allgemeinen ambulanten Akut- und Langzeitpflege mit der Ausrichtung auf den Bereich der ambulanten Langzeitpflege vereinbart ist. Dann kann für das letzte Ausbildungsdrittel die Spezialisierung zur Altenpflegerin bzw. zum Altenpfleger gewählt werden.

Das Wahlrecht steht ausschließlich der oder dem Auszubildenden zu. Die Entscheidung haben die Auszubildenden frühestens sechs und spätestens vier Monate vor dem dritten Ausbildungsjahr bekannt zu geben.

Der Träger der praktischen Ausbildung schließt zunächst mit dem oder der Auszubildenden einen Vertrag über eine generalistisch ausgerichtete Pflegeausbildung ab.
Im Falle der Ausübung eines Wahlrechts muss der Träger der praktischen Ausbildung den Ausbildungsvertrag entsprechend anpassen.

Je nach Ausübung des Wahlrechts erlangt der Absolvent den Titel Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder Altenpflegerin bzw. Altenpfleger.

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Teilzeit / Fördermöglichkeiten

Eine berufsbegleitende Ausbildung, wie sie bisher in der Altenpflegeausbildung ausgeübt wurde, ist aufgrund der neuen besonderen Strukturierung der Pflegeausbildung nicht mehr möglich. Für Pflegehilfskräfte, die sich ohne Gehaltseinbußen weiterqualifizieren wollen, steht eine durch die Bundesagentur für Arbeit geförderte Pflegeausbildung (= BA-geförderte Pflegeausbildung) aufgrund des Qualifizierungschancengesetz zur Verfügung.

Teilzeitausbildung = Wochenstundenreduzierte Ausbildung mit einer Höchstdauer von 5 Jahren

Die Teilzeitausbildung soll der besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf dienen.
Auszubildende mit z.B. familiären Sorgeverpflichtungen oder anderweitigen persönlichen Gründen, haben besondere Bedarfe an zeitlichen und finanziellen Ressourcen.
Hinsichtlich der zeitlichen Ressourcen ermöglicht die Teilzeitausbildung, durch die Streckung der Ausbildungszeit auf fünf Jahre, eine wöchentliche Stundenreduzierung, so dass z.B. die Betreuung von Kindern oder Angehörigen ermöglicht werden kann.
Hinsichtlich der finanziellen Ressourcen besteht die Möglichkeit für Personen, die bisher als Hilfskräfte in der Pflege tätig waren, gemeinsam mit dem bisherigen Arbeitsgeber eine BA-geförderte Pflegeausbildung in Vollzeit durchzuführen. Dadurch kann die Lücke zwischen bisherigem Arbeitsgehalt und zukünftigem Ausbildungsgehalt ausgeglichen werden.

Bei der Teilzeitausbildung ist darauf zu achten, dass sie an die gleichen rechtlichen Voraussetzungen gebunden ist wie die dreijährige Ausbildung. Dazu gehört insbesondere die Zahlung einer Ausbildungsvergütung, die für die gesamte Dauer der Ausbildung zu entrichten ist. Ausbildungen in Teilzeitform genießen hinsichtlich der Einhaltung der Voraussetzungen der Ausbildungen keinen Sonderstatus.

Bei der Ausgestaltung der Teilzeitausbildung sind zwingend die Voraussetzungen aus dem Pflegeberufegesetz (PflBG) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) zu beachten.

Des Weiteren müssen die jeweiligen Pflichteinsätze in den allgemeinen und speziellen Bereichen der Pflege, einen Vertiefungseinsatz sowie weitere Einsätze (Anlage 7 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – PflAPrV) im Einklang mit der schulischen Ausbildung absolviert werden.

weitere Informationen zur Teilzeitausbildung

Im Rahmen einer Förderung beschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Bundesagentur für Arbeit (BA) nach § 82 SGB III ist eine Bezuschussung der Fortzahlung eines Arbeitsentgeltes im Rahmen einer Weiterbildung bis zu 100% möglich. Das ist die sogenannte BA-geförderte Pflegeausbildung.

Die konkrete Entscheidung obliegt ausschließlich einer Einzelfallprüfung der Bundesagentur für Arbeit. Voraussetzungen für § 82 SGB III sind u.a.:

  • Beibehaltung eines Arbeitsvertrages
  • Fortzahlung eines Arbeitsentgelts

Bezüglich der konkreten Voraussetzungen finden Sie Informationen im Informationsschreiben des BMG und BMFSFJ.

Für die Aufnahme einer Ausbildung nach dem PflBG ist zwingend parallel zum Arbeitsvertrag ein Ausbildungsvertrag inklusive eines angemessenen Ausbildungsgehalts zu schließen und das Ausbildungsgehalt auszuzahlen.

Das Ausbildungsgehalt ist ausschließlich über den Ausbildungsfonds zu refinanzieren.

Die Differenz vom Ausbildungsgehalt zum ursprünglichen Arbeitsentgelt kann im Rahmen der Förderung nach § 82 SGB III durch die Bundesagentur für Arbeit refinanziert werden.

Beispielsfall:
Die Pflegehilfskraft hat bisher ein Arbeitsentgelt in Höhe von 1.500 EUR erhalten.
Im Rahmen der Vollzeit-Ausbildung zur Pflegefachkraft erhält sie eine angemessene Ausbildungsvergütung von z.B. 900 EUR gemäß dem „neuen“ Ausbildungsvertrag.
Der Arbeitsgeber kann bei der Bundesagentur für Arbeit die Förderung des Arbeitsentgelts in Höhe der Differenz von 600 EUR beantragen, wenn u.a. der Arbeitsvertrag weiter fortbesteht und die 600 EUR als Arbeitsentgelt an den Auszubildenden ausgezahlt wird.

Dafür muss der Arbeitsvertrag entsprechend angepasst werden.

Da Hinweise zur Ausgestaltung eines Arbeitsvertrags den Charakter einer Rechtsberatung haben, darf aus haftungsrechtlichen Gründen die Senatsverwaltung keine konkreten Gestaltungshinweise geben.

Die betroffenen Einrichtungen werden gebeten sich eine entsprechende Rechtsberatung einzuholen.

Unter Ausschluss haftungsrechtlicher Folgen wird auf die Möglichkeit der teilweisen ruhend Stellung eines Arbeitsvertrages (= entfallen der Hauptleistungspflichten eines Arbeitsvertrages) in Höhe der Zahlung des Ausbildungsgehalts und auf die Freistellung von der Arbeitsleistung unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts verwiesen.

Bei Wahrnehmung dieser Fördermöglichkeit ist darauf hinzuweisen, dass die kooperierende Pflegeschule die entsprechende Zertifizierung für eine Förderung der Bundesagentur für Arbeit (AZAV-Zertifizierung) hat.

Den Antrag kann nur der Arbeitgeber stellen. Die Auszahlung erfolgt ebenfalls an den Arbeitgeber.

Die Teilzeitausbildung ist in allen Pflegesettings möglich.

Die Ausbildungsvergütung ist durchgängig vom Träger der Ausbildung auf der Grundlage des mit ihm abgeschlossenen Ausbildungsvertrages zu zahlen. Es spielt keine Rolle, in welcher Station sich der Auszubildende befindet.

Grundsätzlich ist der Träger der praktischen Ausbildung dafür zuständig (§ 8 Absatz 3 PflBG). Er kann diese Organisation unter bestimmten Voraussetzungen gemäß § 8 Absatz 4 PflBG auch auf eine Pflegeschule übertragen.

Während der Ausbildung erhält der Auszubildende ein Ausbildungsgehalt unabhängig davon in welcher Station er sich befindet bzw. ob er sich gerade in der schulischen oder praktischen Ausbildung befindet. Entsprechend sind die Stunden der schulischen Ausbildung zu den im Ausbildungsvertrag vereinbarten Wochenstunden anzurechnen.

Eine Verknüpfung mit der Arbeitszeit aufgrund eines Arbeitsvertrages findet nicht statt. Entsprechend kann die schulische Anwesenheitszeit auch nicht auf die Arbeitszeit aus einem Arbeitsvertrag angerechnet werden.

Ja, die Wahl der Spezialisierung ist unabhängig von der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Wochenstundenanzahl.

Eine Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz kann auch im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung (sog. Umschulung) erfolgen. Im Rahmen der Umschulung durchlaufen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine reguläre Pflegeausbildung.

weitere Informationen zur Umschulung erhalten Sie auf dem Portal zur Pflegeausbildung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Schulgeld / Ausbildungsvergütung

Nein. Das Pflegeberufegesetz enthält eine ausdrückliche Regelung, die das Erheben von Schulgeld verhindert.

Der Träger der praktischen Ausbildung hat der oder dem Auszubildenden für die gesamte Dauer der Ausbildung eine angemessene Ausbildungsvergütung zu zahlen.

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